Illustration eines Whisky-Fasslagers mit Sake-Gefäßen

Eigashima, White Oak, Akashi: Die Brennerei hinter den Namen

Wer eine Flasche Akashi, Eigashima oder White Oak in der Hand hält, begegnet gleich mehreren Namen aus der Geschichte eines japanischen Familienunternehmens. Eigashima Shuzo stammt aus Akashi in der Präfektur Hyōgo und war ursprünglich vor allem für Sake bekannt. Auch als Whisky hinzukam, blieb das Brauhandwerk ein wichtiger Teil des Unternehmens.

Drei Namen, ein Unternehmen: Eigashima, White Oak und Akashi

Eigashima Shuzo entstand 1888 aus dem Zusammenschluss von fünf Sake-Brauereien in der Region Akashi. Der Gründer war der Urgroßvater von Mikio Hiraishi, der das Unternehmen später leitete. Die Region war bereits zur Edo-Zeit für ihren Sake bekannt.

White Oak ist ein Brennerei- und Markenname des Unternehmens. Die White Oak Distillery entstand 1984 in einem neuen Gebäude gegenüber der Sake-Brauerei. Heute ist die Brennerei auch unter dem Namen Eigashima Distillery bekannt.

Akashi wiederum ist eine Whisky-Marke und trägt den Namen der Stadt. Die drei Begriffe tauchen deshalb häufig gemeinsam auf. Welche Art Whisky sich in einer konkreten Flasche befindet, verrät allerdings erst die Beschreibung der jeweiligen Abfüllung.

Eine Whisky-Lizenz und kleine Brennblasen

In der Geschichte Eigashimas fällt immer wieder das Jahr 1919. Damals erhielt das Unternehmen Lizenzen für verschiedene alkoholische Getränke, darunter Wein, Brandy und Whisky. Damit war Eigashima früh im Whiskygeschäft vertreten – auch wenn die Lizenz allein noch nicht bedeutet, dass das Unternehmen bereits 1919 selbst Whisky destillierte.

Nach den Erinnerungen des früheren Firmenpräsidenten Mikio Hiraishi kaufte Eigashima in der frühen Zeit Spirituosen zu und vertrieb sie unter eigenen Marken. In der Fachliteratur beschreibt er, dass nach seinem Wissen damals noch kein eigener Whisky vor Ort gebrannt wurde.

Später kamen eigene Brennblasen hinzu. Der Autor Brian Ashcraft beschreibt ein frühes Paar mit jeweils rund 1.000 Litern Fassungsvermögen. Die Anlagen waren klein, weil Eigashima damals nur vergleichsweise wenig Whisky herstellte und verkaufte. Die alten Brennblasen standen später außerhalb des Gebäudes.

Wie sich Eigashima in die größere Geschichte einordnet, erfährst du in unserem Überblick zur Geschichte des japanischen Whiskys.

White Oak und der Boom des lokalen Whiskys

In den 1980er-Jahren erlebte lokaler Whisky in Japan einen Aufschwung. Ein Begriff dafür war jiuisukii, also lokaler Whisky. Zum Absatz trug auch das Bottle-Keep-System bei: Gäste konnten in Bars eine eigene Flasche kaufen und für spätere Besuche dort aufbewahren lassen.

Für Eigashima war die Nachfrage Anlass, 1984 ein neues Brennereigebäude zu errichten: die White Oak Distillery. Whisky gehörte damit zu einem Betrieb, der weiterhin auch Sake und andere Getränke herstellte.

Die alten kleinen Brennblasen erzählen etwas über die Anfänge der eigenen Produktion. Auf die heutige Kapazität lässt sich aus ihnen allerdings nicht schließen.

Wenn Sake-Brauer Whisky destillieren

Die Verbindung von Sake und Whisky zeigte sich bei Eigashima auch im Arbeitsalltag. Ashcraft beschreibt für die Zeit seines Besuchs eine saisonale Arbeitsteilung: In den kühleren Monaten stand vor allem die Sake-Herstellung im Vordergrund, während von Frühjahr bis Sommer Whisky destilliert wurde.

Das war nicht immer so. Hiraishi berichtet in dem Buch, dass Eigashima zuvor zeitweise ganzjährig Whisky hergestellt und dafür eigene Destillateure beschäftigt hatte. Als das Whiskygeschäft in Japan schwächer wurde, stellte die Brennerei auf einen saisonalen Rhythmus um.

Der damalige Master Distiller Yuji Nakamura war zugleich Toji, also Sake-Braumeister. Für ihn lag die Verbindung nahe: Das Unternehmen kam schließlich ursprünglich aus der Sake-Herstellung.

Shubo: ein Hefestarter aus dem Brauhandwerk

Eine Verbindung zum Sake-Handwerk beschreibt Ashcraft bei der Gärung. Bei White Oak verwendete man einen Shubo, einen vorbereiteten Hefestarter, wie er aus der Sake-Herstellung bekannt ist.

Dafür wird zunächst etwas Hefe in einem separaten Ansatz mit zuckerhaltiger Würze vermehrt. Der konzentrierte Starter kommt anschließend bei der Gärung zum Einsatz. Das ist ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der laut Ashcraft helfen soll, unerwünschte Fehlaromen zu vermeiden.

Sake wird dabei nicht in den Whisky gemischt. Shubo bezeichnet hier einen Schritt in der Herstellung, keine Geschmackszutat. Vergleichbare Ansätze nutzen auch andere Hersteller.

Von Bourbonfässern bis zum Wein-Finish

Nach der Destillation kommt das Destillat zur Reifung ins Fass. Ashcraft beschreibt in den Lagerhäusern von White Oak vor allem ehemalige Bourbonfässer. Daneben fand er Sherry-Fässer und Fässer, in denen zuvor Shochu gelagert worden war.

Auch Weinfässer aus dem Weingut des Unternehmens wurden für ein Finish verwendet. Dabei verbringt der Whisky nach seiner ersten Reifezeit noch eine weitere Zeit in einem anderen Fass.

Welche Fässer eine Abfüllung prägen und wie lange der Whisky darin liegt, hängt von der jeweiligen Edition ab. Eine Brennerei kann mit vielen Fasstypen arbeiten, ohne dass alle in jeder Flasche vorkommen. Wer nach einer bestimmten Fassreifung sucht, sollte deshalb die Angaben zur einzelnen Abfüllung prüfen.

Auch das Klima in Akashi spielt bei der Lagerung eine Rolle. Ashcraft beschreibt warme Bedingungen im Fasslager und gibt Hiraishis Einschätzung wieder, dass die Hitze die Reifung beeinflusst. Eine feste Umrechnung nach dem Muster „ein Jahr in Japan entspricht mehreren Jahren in Schottland“ lässt sich daraus aber nicht ableiten. Neben dem Klima wirken auch Fass, Lagerplatz und Destillat auf den Whisky ein.

Single Malt oder Blend: Was steht auf der Flasche?

Im Sortiment begegnen dir verschiedene Whiskyarten. Single Malt bezeichnet einen Whisky aus gemälzter Gerste, der in einer einzigen Brennerei destilliert wurde. Blended Whisky ist dagegen eine Mischung aus Malt- und Grain-Whiskys, die aus mehreren Brennereien stammen können.

Beide Kategorien haben ihren eigenen Charakter. Aus dem Markennamen Akashi allein lässt sich weder ablesen, ob eine Flasche Single Malt oder Blend enthält, noch woher alle Bestandteile stammen.

Ein Blick auf das Etikett und die Produktbeschreibung hilft bei der Auswahl: Welche Whiskyart ist angegeben? Wird ein Fasstyp genannt? Gibt es eine Altersangabe oder Informationen zur Herkunft? Fehlen diese Details, sollte man sie nicht allein aus dem Markennamen ableiten.

Wenn du die verschiedenen Abfüllungen vergleichen möchtest, findest du sie in unserer Auswahl an Eigashima- und Akashi-Whiskys.

Von den Sake-Brauereien des 19. Jahrhunderts über die Whisky-Lizenz von 1919 bis zur White Oak Distillery: Eigashimas Geschichte führt durch verschiedene Kapitel japanischer Getränkekultur. Wer Akashi entdeckt, lernt damit auch ein Unternehmen kennen, das sein Brauhandwerk über viele Jahre hinweg um Whisky erweitert hat.

Retour au blog

* Contenu assisté par IA.